adidas meldet sieben Prozent währungsbereinigtes Wachstum und hält den Wholesale-Verkauf bewusst zurück. Im Schuhgeschäft stehen Vollpreisprodukte vor kurzfristigem Volumen.
adidas veröffentlichte am 29. Oktober die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Der Umsatz stieg berichtet um neun Prozent auf 7,252 Mrd. Euro und währungsbereinigt um sieben Prozent. Dahinter stehen deutlich unterschiedliche Entwicklungen bei Bekleidung und Schuhen.
Zurückhaltender Sell-in als Teil der Preisstrategie
Bekleidung wuchs währungsbereinigt um 19 Prozent, während der Schuhumsatz unverändert blieb. adidas erklärt dies mit einem konservativen Wholesale-Sell-in, um Vollpreis-Produktlinien in einem stark promotionsgeprägten Markt zu schützen. Das Unternehmen beschreibt insbesondere hohe Bestände und Rabattaktivität im Lifestyle-Schuhmarkt.
Kanalzahlen nicht mit Endkundennachfrage gleichsetzen
Der gesamte Wholesale-Umsatz stieg währungsbereinigt um zwei Prozent. Im eigenen Direktvertrieb wuchs das Schuhgeschäft dagegen um sechs Prozent. Der Herstellerumsatz an Handelspartner und der Verkauf an Endkunden sind unterschiedliche Messgrößen; aus der Differenz lässt sich keine allgemeine Preiselastizität berechnen.
Takeaway: Vollpreisziele mit der Distributionsplanung verknüpfen. Wer Nachfrage nur über zusätzlichen Sell-in bedienen will, kann späteren Rabattdruck im Handel erhöhen. Für die eigene Planung deshalb verfügbare Ware, tatsächlichen Abverkauf und Nettopreise je Produktlinie gemeinsam beobachten.
Quellen: adidas: Third-quarter results 2026, 29. Oktober 2026.
Die Handlungsempfehlungen sind redaktionelle Einordnungen und keine Aussagen der zitierten Organisationen.